Archiv

2017

Remis: Memory

Mit Simone Monstein und Christian Schwager

Unter dem Oberbegriff Remis – so bezeichnet man, insbesondere beim Schachspiel, den unentschieden Ausgang eines Spiels – werden demnächst vier Ausstellungen im Kunstforum Winterthur durchgeführt, die jeweils den Titel eines bekannten Spiels aufgreifen.

Den Auftakt bildet die Ausstellung Memory mit Werken von Simone Monstein und Christian Schwager. Gemalte Bildwelten treffen auf fotografische Streifzüge. Der Blick führt ins Grün: ins Unterholz, ins Dickicht, zu Gartenschuppen und in Zimmerdschungel. Den Regeln des Memoryspiels folgend, lassen sich aus den verteilten Bildern Paare bilden, deren Zuordnung jedoch letztendlich variabel bleibt.

Eine Ausstellung im Raiffeisen Kunstforum Winterthur. 1. März bis 1. September 2017

Kuratiert von Katja Baumhoff

 

2016

Werkschau Thurgau

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Überblick des Thurgauer Kunstschaffens: Sieben Kunsträume im Thurgau liefern eine Bestandsaufnahme des zeitgenössischen Kunstschaffens im Kanton.

Die werkschau // tg 2016 gewährt einen umfassenden Einblick in das zeitgenössische Thurgauer Kunstschaffen. Eine aus VertreterInnen der beteiligten Kunsträume und der Kulturstiftung zusammengesetzte Jury hat aus den über 150 Werkeingaben eine Auswahl von Projekten getroffen. Für die mit Umsicht und Sorgfalt vorgenommene Selektion waren nicht Prominenz oder der Status des best of ausschlaggebend, sondern das Bestreben, eine kritische Bestandesaufnahme des regionalen Kulturschaffens vorzunehmen, möglichst viele Facetten der aktuellen künstlerischen Produktion unserer Region sichtbar zu machen und eine attraktive, in ihrer Unvollständigkeit doch repräsentative Ausstellung zu gestalten. So finden sich neben Malerei, Skulptur, Fotografie und Design auch installative und performative Arbeiten; bewährte und gereifte Persönlichkeiten finden sich in Gesellschaft mit jungen, zum Teil noch unbekannten; der Tradition verpflichtete Bildsprachen treffen auf experimentelle Diskurse.

Dem verzettelten Profil des Kantons, wo kein Ort für sich in Anspruch nehmen kann, kulturelles Epizentrum zu sein, kann nur eine dezentrale Anlage dieser Werkschau gerecht werden. Sieben Kunsträume im Thurgau sind daher an der Werkschau 16 beteiligt:

Kunsthalle Arbon, Galerie Adrian Bleisch in Arbon, Kunstraum Kreuzlingen, Kunstmuseum Thurgau, Remise Weinfelden, Galerie Widmer Theodoridis in Eschlikon, Shed im Eisenwerk.

Ausstellungszeit: 19. November bis 11. Dezember 2016

http://www.thurgaukultur.ch/magazin/2739

 

Meer Teilen: share more

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Ein internationales Kunst- und Kulturprojekt, das den Bogen von Frauenfeld über Zagreb bis nach Bogota und Lima spannt.

Das Projekt Meer teilen: share more ist inspiriert von der Sumak-Kawsay-Kultur der Völker in den südamerikanischen Anden. Diese Kultur zeichnete sich durch einen ausgeprägten zwischenmenschlichen Austausch, einen respektvollen Umgang mit der Natur sowie einem harmonischen Gleichgewicht zwischen materiellen und spirituellen Aspekten aus. Die Praxis des Sumak Kawsay wurde als buen vivir ins Spanische übersetzt.

Zum buen vivir, dem „guten Leben“ gehörte es, einen Beitrag an die Gesellschaft zu leisten und andere zu unterstützen. Buen vivir war eine spirituelle Kultur, die stark an die eigenen Qualitäten glaubte, dem entsprechend handelte und dabei wenig flexibel war. Als vor 500 Jahren die Konquistadoren, respektive die europäischen Kapitalisten die der Gesellschaft zugrunde liegenden Strukturen des Sumak Kawsay zerstörten, war es der indigenen Bevölkerung der Anden nicht möglich, ihre Lebensweise und ihre Beziehung zur Umwelt den kapitalistischen Massstäben anzupassen. Sie waren ihnen fremd.

Die zeitgenössische Übersetzung des buen vivir – Gedankens beinhaltet eine kritische Auseinandersetzung mit den Grundsätzen des Kapitalismus, ohne diesen komplett abzulehnen. Die Priorität liegt auf dem Engagement für die Gemeinschaft sowie einem respektvollen Umgang mit der Umwelt.

Für das Projekt wurden bereits Ende 2015 insgesamt 18 KünstlerInnen aus Kolumbien, Kroatien, Peru und der Schweiz gebeten, sich zuerst auf lokaler Ebene auszutauschen (in Bogotá, Lima, Frauenfeld und Zagreb), um anschliessend mehrere Monate wöchentlich interkontinental zu skypen. Dieser kollektive Skype- Prozess war dem Diskurs über die Qualitäten der buen vivir Kultur gewidmet und die Teilnehmer diskutierten, ob und in welcher Form Fragmente und Gedanken dieses Konzepts auch heute und in naher Zukunft gültig sein können.

Die KünstlerInnen treffen sich erstmals real Mitte Juli im Museum für zeitgenössische Kunst in Zagreb. Anschliessend fahren sie nach Frauenfeld, um in kleinen Kollektiven oder grösseren Gruppen den Austausch fortzusetzen. Der Shed im Eisenwerk dient dabei als main hub, hier werden die Kunstschaffenden zusammen arbeiten, hier finden die begleitenden Workshops statt. Die Resultate der Zusammenarbeit werden anschliessend ab dem 13. August in einer lively construction, einer „lebendigen Konstruktion“ im Shed gezeigt. Sie spiegelt die Ergebnisse des intensiven Austauschs zwischen den beteiligten KünstlerInnen wieder und dient als Plattform für einen offenen Diskurs und verändert sich stetig durch die Workshops und die weiterführende Forschungsarbeit aller.

Im Rahmen des Projektes finden zahlreiche öffentliche Workshops statt. In einem ersten Block präsentieren die beteiligten Kunstschaffenden ihr Werk und Konzept, in zwei weiteren Blöcken werden die Besucher aufgefordert, sich gemeinsam mit den Kunstschaffenden mit einem speziellen Thema zu befassen. Das kann ein Crossover Voodoo Workshop sein, bei dem südamerikanische und Schweizer Kunstschaffende ihr spezifisches Wissen über Heilpflanzen teilen, aber auch ein gemeinsamer 10 km Longjog, bzw, ein Laufgrüppli sein.

Am 12. und 13. August widmet sich eine zweitägige Konferenz im Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen dem Konzept des buen vivir. Ein dreitägiges Videofestival vom 1. bis 3. September im Cinema Luna in Frauenfeld rundet das Programm ab.

Die beteiligten Kunstschaffenden

Mit steffenschöni, Petra Mrsa, Eliana Otta, Julian Santana, Carlos Leon-Xjimenez, Fernando Pertuz, Bildstein/Glatz, Sylvia Jaimes, Christians Luna, Bojan Mucko, Esneider Gamboa, Christian Alarcon Ismodes, Reto R. Müller, Gonzalo Fernandez, Mirjam Wanner, Tea Hatadi.

Das Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kurators Harm Lux mit dem Shed im Eisenwerk, dem Kunstmuseum Thurgau, dem Cinema Luna sowie Partnern in Zagreb, Bogotá und Lima.

Shed im Eisenwerk, Frauenfeld. 13. August bis 8. Oktober 2016

 

100 Jahre Künstlergruppe Winterthur

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Die Jubiläumsausstellung in der Halle 1020, Sulzerareal Winterthur

2016 wird die Künstlergruppe Winterthur hundert Jahre alt. Wenn sich ein Verband professioneller Kunstschaffender während zehn Dekaden halten kann, so ist das ein guter Grund zu schauen, was die Identität dieser Gruppe ausmacht; ihre Dynamik, ihre Tradition, ihre Innovation und ihre künstlerische Vitalität. Die Jubiläumsausstellung galt daher als grosse Überblicksshow aller Mitglieder der Künstlergruppe Winterthur und fand in einer ausgedienten Fabrikhalle auf dem ehemaligen Sulzerareal statt. Eine mäandrierende «line wall» – das Rückgrat der Gruppe symbolisierend – zog sich durch die 70 Meter lange Grosshalle, ausgestaltet als bespielbare Raumskulptur, ergänzt mit stehenden und hängenden Werken sowie Rauminstallationen.

Halle 1020, Sulzerareal, 15. Juni bis 19. Juni 2016

Kuratiert von Katja Baumhoff, Gianin Conrad und Theo Spinnler

 

Tanz mit Bruce #7: kulna 23

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Die diesjährigen Bruce- Stipendiaten Theres Raschle, Jan Sebesta und Judith Weidmann werden in der Shedhalle einen Schuppen bauen. kulna als tschechischer Begriff für Schuppen spielt mit dem englischen Begriff shed – tatsächlich wird im Shed ein bruchstückhafter Schuppen entstehen – teils im DIY Verfahren, teils mit fachmännischer Hilfe gezimmert. kulna 23 thematisiert die Umnutzung der Shedhalle, den Wandel von der einstig industriellen zur momentanen künstlerischen Produktionsstätte.

Im Schuppen im Schuppen werden Fragen nach Lagerung, Aufbewahrung, Materialanordnung, Arbeitsprozessen und Bewegungsabläufen gestellt – ehemaligen und aktuellen. Auch der Frage nach dem geistigen Erbe wird nachgegangen – auf visueller als auch auditiver Ebene.

Shed im Eisenwerk, Frauenfeld. Atelierzeit: 11. Mai bis 9. Juni, Ausstellungszeit: 10. Juni bis 8. Juli 2016

Kuratiert von Katja Baumhoff

 

The Owls Are Not What They Seem

The Owls Are Not What They Seem wird ein Jahr lang – das gesamte Jubiläumsjahr der Künstlergruppe Winterthur – im Kunstforum der Raiffeisenbank zu sehen sein. Sie präsentiert grossformatige Werke – Malerei – von Mitgliedern der Künstlergruppe, von Werner Hurter, Claudia Maria Lehner, Vera Ida Müller, Thierry Perriard und Thomas Rutherfoord.

Entgegen der dauerhaften Hängung der Werke soll die Ausstellung dennoch einen Prozess der Veränderung, der Bewegung hervorrufen: Kleine Verschiebungen in der Wahrnehmung, ein Hinterfragen der Realität, einen Wechsel des Standpunktes. Ein Goldrahmen ist kein Goldrahmen. Ein Wald ist ein Wald ist kein Wald: The Owls Are Not What They Seem.

Raiffeisen Kunstforum, Winterthur, 21. Januar bis 21. Dezember 2016

Kuratiert von Katja Baumhoff

 

2015

Andri Stadler: Shimmer

Andri Stadler ist der diesjährige Gastkünstler des Sommerateliers im Shed im Eisenwerk. Während des Sommerateliers ist eine neue Werkserie des Fotografen entstanden, der durch seine dunklen, grossformatigen und gleichzeitig poetisch, subtilen Bilder bekannt ist.

Die an das Sommeratelier anschliessende Ausstellung Shimmer fiel mit der Präsentation der facetten16: Andri Stadler zusammen. facetten ist eine Publikationsreihe der Kulturstiftung des Kantons Thurgau, mit der regelmässig aktuelle Positionen des regionalen Kunstschaffens vorgestellt werden. In der aktuellen Ausgabe werden die letzten vier Werkserien Stadlers vorgestellt – einige der in der Publikation vorgestellten Bilder waren in der Ausstellung neben der neu, vor Ort entstandenen Arbeiten zu sehen.

Andri Stadler stellt der allgegenwärtigen überbordenden Bilderflut seine radikalen und unprätentiösen Experimente mit dem Medium Fotografie entgegen. Was der Betrachter beim ersten flüchtigen Blick auf einer seiner Arbeiten wahrnimmt, ist eine tiefschwarz schimmernde Fläche. Das Wissen, dass es sich um eine Fotografie handelt, verwirrt, da vergeblich nach dem erkennbaren Abbild einer vertrauten oder fremden Wirklichkeit gesucht wird. Gleichzeitig üben die opaken Bildflächen einen merkwürdigen Sog aus. Und wer diesem Sog nachgibt, der vermag Umrisse, Spuren und Andeutungen einer greifbaren Wirklichkeit zu entdecken, um sogleich wieder auf sich selbst zurückgeworfen zu werden und die vermeintliche Gewissheit anzuzweifeln.

Shed im Eisenwerk, Frauenfeld, 28. August bis 3. Oktober 2015

Kuratiert von Katja Baumhoff und Mirjam Wanner

 

Tanz mit Bruce Nr. 6: manoeuvre

Manoeuvre – so der Titel des sechsten Thurgauer Nachwuchsateliers, für das sich vier Künstlerinnen und Studentinnen der HGK Basel zusammengeschlossen haben. Während einer vierwöchigen Atelierzeit im Mai haben sie in der Shedhalle eine hallengreifende Installation wachsen lassen. Flurina Badel (*1983 im Engadin, lebt und arbeitet in Basel), Christelle Becholey Besson (*1985 in Boudevilliers (NE), lebt und arbeitet in Basel), Almira Medaric (*1992 in Doboj, Bosnien und Herzegowina, lebt und arbeitet in Basel und Yverdon-les-Bains), und Maeva Rosset (*1989 in Lausanne, lebt und arbeitet in Basel) schafften mit manoeuvre in der Shedhalle aus verschiedenen Objekten, Maschinen, Texten, Tönen, Düften und Lichtquellen einzelne Settings bzw. atmosphärische Räume, in denen während der Ausstellungszeit im Juni verschiedene Lesungen, Gespräche und Performances statt gefunden haben. Die Besucher aber auch die Akteure der Veranstaltungen haben während der gesamten Ausstellungszeit Spuren hinterlassen und die Installation manoeuvre fungierte als ein stets bewegtes Bühnenbild, eine Art Perpetuum Mobile.

Shed im Eisenwerk, Frauenfeld, 13. Mai bis 3. Juli 2015

Kuratiert von Katja Baumhoff

2014

Xylon

In Zusammenarbeit mit dem Shed im Eisenwerk zeigt die Vereinigung der Holzschneiderinnen und Holzschneider in der Schweiz, Xylon, eine breit angelegte Gruppenausstellung. 40 Mitglieder präsentieren in der Shedhalle ihre neuen Werke und vermitteln somit einen Überblick über die zeitgenössische Hochdruckkunst. Während die Vereinigung Xylon in den Anfängen fast ausschliesslich dem Holzschnitt verpflichtet war, sind heute sind alle Hochdrucktechniken einbezogen, unabhängig von den verwendeten Materialien wie Linol, Gips, Kunststoff etc.

Shed im Eisenwerk, Frauenfeld, 22. März bis 13. April 2014

Kuratiert von Katja Baumhoff in Zusammenarbeit mit Xylon

 

Tanz mit Bruce #5: Than

Für das fünfte Thurgauer Nachwuchsatelier, Tanz mit Bruce, wurden die Kunstschaffenden Lydia Wilhelm (Winterthur), Andreas Greiner (Berlin) und Reto Steiner (Frutingen) eingeladen, um ein eigenes Ausstellungskonzept für die Räume des Shed im Eisenwerk in Frauenfeld zu entwickeln. Das Stipendium des Thurgauer Nachwuchsateliers wird jährlich ausgeschrieben und wendet sich direkt an KunsthochschulabsolventInnen. Die Kunstschaffenden werden aufgerufen, sich als Gruppe zu formieren und innerhalb einer vierwöchigen Atelierzeit eine Gruppenausstellung zu konzipieren. Neben der Möglichkeit, als Gruppe eine eigene Ausstellung zu realisieren, direkt vor Ort in Frauenfeld zu wohnen und während der vier Wochen die Shedhalle als Atelier zu nutzen, ermöglicht Tanz mit Bruce den Kunstschaffenden von ihnen ausgewählte Fachpersonen hinzuziehen. In Arbeitsgesprächen sollen die eigenen künstlerischen Positionen kritisch beleuchtet und, wenn möglich, neue Strategien und Ausstellungsformate entwickelt werden. Der Dialog mit Künstlern, Kunstwissenschaftlern oder Kuratoren ist daher wesentlicher Bestandteil des Projektes.

Bereits der Titel der Projektreihe, Tanz mit Bruce – angespielt wird auf Bruce Naumann – betont den experimentellen und prozesshaften Charakter. Durch das Aufeinandertreffen unterschiedlicher künstlerischer Sprachen, Inhalte und Arbeitsweisen entsteht in der Shedhalle ein Experimentierfeld, ein Laboratorium, in dem neue künstlerische Positionen ausgelotet werden können. Mit Than entstand erstmals in der Folge der Bruce Projekte eine Gruppenarbeit, die im fortlaufenden Diskurs und in einer bis zum Ende der Atelierzeit andauernden Experimentierphase ständig überdacht und deren konkreter Aufbau bis kurz vor der Vernissage geändert und angepasst wurde. Die Shedhalle wurde eine Baustelle, in der mehrere Tonnen Lehm als auch der Gips für die Negativformen gelagert, angerührt, gemischt und gegossen wurden. Ein Plastiktopf aus dem Baumarkt, der normalerweise für das Anrühren von Gips genutzt wird, wurde als „Urform“, bzw. Vorlage für die Negativform gewählt. Entstanden sind in wochenlanger serieller handwerklicher Arbeit mehr als 3500 Tontöpfe. Unterschiedliche Witterungsverhältnisse während der Atelierzeit haben den Produktionsverlauf beeinflusst – erst die warmen Junitemperaturen haben den Trocknungsprozess beschleunigt und eine Massenproduktion in diesem Ausmass überhaupt ermöglicht. Parallel zur Topfproduktion wurden die alten Holzdielen der Shedhalle, die normalerweise den ehemaligen Standpunkt der Maschinen in der Fabrikhalle markieren, von ihrem Grund gelöst und an der Hallenwand gestapelt. In den offen liegenden Vertiefungen wurden die Tontöpfe aufgereiht und die Bassins kurz vor der Vernissage mit Wasser gefüllt. Unterschiedliche Mischverhältnisse von Lehm und Wasser beim Anrühren beeinflussten zusätzlich die Beschaffenheit der einzelnen Töpfe und hatten einen direkten Einfluss auf den anschliessenden Zersetzungsprozess, der beim Einfüllen des Wassers in die Bassins begann.

Than ist eine vielschichtige Installation, die auf mehreren formellen als auch konzeptuellen Ebenen Bezüge und Querverweise zum Ort, zum Material und zur Kunstgeschichte aufweist. Entstanden ist eine Zeitskulptur, eine performative Skulptur, deren Verlauf und fortschreitende Zersetzung nicht vorhersehbar ist, das Experiment wird während der Ausstellungszeit fortgesetzt. Die Shedhalle behält somit auch nach der Vernissage ihren Laborcharakter, der Tanz mit Bruce dauert an.

Zur Ausstellung erschien die Publikation Than. Teilnahme am Wettbewerb „Die schönsten Schweizer Bücher 2014“.

Kuratiert von Katja Baumhoff

 

Franziska Etter : farbräuschig

Franziska Etters Werk kreist um die beiden Fixpunkte Farbe und Form. Indem die Künstlerin helle und dunkle, durchscheinende und opake Farbflächen in langen Malprozessen übereinanderschichtet, entstehen auf den grossformatigen Leinwänden plötzlich Räume und Körper, aber auch Stimmungen und Töne. Doch bleibt immer alles in einer Art Schwebezustand, was für einen Moment noch da war, verflüchtigt sich im nächsten. im Hinter- und Übereinander.

Um diesem Spiel zwischen Fläche und Raum, Hinter- und Übereinander, einen weiteren Aspekt hinzuzufügen, erschafft Franziska Etter für die Ausstellung erstmals feine Eisenobjekte, die den Gemälden gegenübergestellt werden. Je nachdem von welcher Seite sie betrachtet werden, spannen diese Gitter immer wieder neue, weitere Räume auf.

Shed im Eisenwerk, Frauenfeld, 28. Juli bis 2. Oktober 2014

Kuratiert von Katja Baumhoff und Rebekka Ray

 

2013

 Dunkel war’s, der Mond schien helle

Collagen und Objekte: Eine Ausstellung mit Eveline Cantieni, Christiane Ghilardi, Annette Pfister, Martin Schwarz, Sabina Speich und Lydia Wilhelm.

Raiffeisen Kunstforum, Winterthur, 23. November 2012 bis 18. Januar 2013

Simone Kappeler: Rotverschiebung

Neue Fotografien der Thurgauer Fotokünstlerin Simone Kappeler: Innerhalb der letzten Jahre hat Simone Kappeler mit Infrarotfilm Bilder geschaffen, bei denen nicht nur das Farbspektrum verschoben wird – eine Rotverschiebung – sondern auch Texturen und Formen zur Reduktion und Abstraktion tendieren.

Shed im Eisenwerk, Frauenfeld, 23. März 2013  bis 8. Juni 2013

Sasha Huber – Louis Agassiz (1807-2013): Eine Heimsuchung

Erstmals fand das Sommeratelier im Shed im Eisenwerk in Form einer Künstlerresidenz statt: Der Verein neuer shed hat die in Helsinki lebende haitianisch-schweizerische Künstlerin Sasha Huber nach Frauenfeld eingeladen, wo sie während einer gut zweimonatigen Atelierzeit ihre erste Einzelausstellung in der Schweiz konzipierte. Im Mittelpunkt ihres Projektes steht die kritische Auseinandersetzung mit dem schweizerisch-amerikanischen Naturforscher Louis Agassiz (1807-1873). Neben seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat Louis Agassiz rassistisches Gedankengut verbreitet unter dieses unter anderem mit rassenklassifizierenden Fotografien von afrikanischen Sklavinnen und Sklaven zu untermauern versucht. Spuren seiner Theorien lassen sich bis zu den Rassehygienikern der Nazis verfolgen.

Während der Atelierzeit hat Sasha Huber ihren Werkkorpus zu Louis Agassiz um Fotografien, auf Holz getackerte Bilder, eine Videoperformance und eine raumgreifende, begehbare Installation erweitert.

Shed im Eisenwerk, Frauenfeld, 7. September bis 18. Oktober 2013